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Donnerstag, 26.07.2018 - 13:00–14:00 Uhr

Lecture Performance: Giro del letto. Fragen zur Aufführungspraxis von Luigi Nonos La fabbrica illuminata (1964) für Sopran und vierkanaliges Zuspielband

Die Aufführung historischer Werke für Live-Interpreten und Zuspielband stellt die Ausführenden heute vor grundsätzliche Probleme. Am offensichtlichsten mag die technische Seite sein, die aus Entwicklungen seit den 1950er und 1960er Jahren resultiert. Aber auch den gesellschaftspolitischen Kontext gerade eines politisch engagierten Werks wie Luigi Nonos (1924-1990) La fabbrica illuminata gilt es zu berücksichtigen.

Es stellen sich jedoch auch konzeptuelle und ästhetische Fragen, die das Verhältnis von historischem Zuspielband und Live-Interpretation betreffen. In La fabbrica illuminata spielt hier insbesondere die Identität von Live- und Bandstimme eine Rolle, die ursprünglich beide der Uraufführungsinterpretin Carla Henius (1919-2002) zuzuordnen waren. „Es war ungefähr so, als würdest du etwas sagen und hörtest gleichzeitig all deine Gedanken“, schreibt Henius 1964 an Theodor W. Adorno. Welche Implikationen ergeben sich aus dem Umstand, dass Live- und Tonbandstimme heute nicht mehr zur selben Interpretin gehören?

Anne-May Krüger, Mezzosopran und Lecture
Holger Stenschke, Klangregie
 
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